Wie lassen sich Nachhaltigkeitsanforderungen künftig effizient und belastbar in der Composite-Industrie umsetzen? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Arbeitsgruppe „Sustainability“ des Composites United e. V. (CU) am 16. April 2026 in einem Online-Meeting. Im Fokus standen aktuelle Entwicklungen rund um die Nachhaltigkeitsberichterstattung, praxisnahe Einblicke in LCA-Methoden und Softwarelösungen sowie die Rolle geeigneter Datenbanken für eine belastbare Nachhaltigkeitsbewertung.

In ihren Impulsen gaben Aljoscha Hieronymus (Fraunhofer IGCV), Dr. Elisabeth Ignasiak (Freelance Sustainability Consultant), Ebyan Rezgui (GreenDelta GmbH) und Dr. Leif Rohrbach (Carbon Minds GmbH) einen fundierten Überblick über zentrale Bausteine der Nachhaltigkeitsbewertung in der Composite-Industrie.

Die Veranstaltung machte deutlich: Der Bedarf an Orientierung im Spannungsfeld zwischen Regulierung, Datenverfügbarkeit und praktischer Umsetzung ist hoch. Die Teilnehmenden erhielten zunächst einen kompakten Überblick über unterschiedliche Ansätze der Ökobilanzierung – von einfachen Einstiegen bis hin zu professionellen Softwarelösungen – und diskutierten im Anschluss, welche Anforderungen Unternehmen bei der Auswahl von Methoden, Datenquellen und Tools beachten sollten.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Nachhaltigkeitsberichterstattung in der Praxis. Vorgestellt wurden die aktuellen regulatorischen Entwicklungen auf EU-Ebene sowie die Auswirkungen auf Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette. In der Diskussion wurde zugleich deutlich, dass die Anforderungen trotz geplanter Vereinfachungen anspruchsvoll bleiben und eine frühzeitige Vorbereitung sinnvoll ist.

Mit openLCA wurde zudem eine leistungsfähige Open-Source-Lösung für die Nachhaltigkeitsbewertung vorgestellt. Ergänzend dazu gab es Einblicke in harmonisierte Sekundärdaten für die Chemie- und Kunststoffindustrie sowie in die Bedeutung valider Daten für belastbare PCF- und LCA-Ergebnisse. Abgerundet wurde das Programm durch die Präsentation der ResC4EU-Plattform, die als kostenfreies Tool erste Analysen zu Lieferkettenresilienz und CO₂-Footprints ermöglicht. 

Complete risk and resilience assessment toolkit for you and your supply chains
© Vortrag Aljoscha Hieronymus / Fraunhofer IGCV

Die engagierten Fachbeiträge und die intensive Diskussion zeigten einmal mehr, wie relevant das Thema Nachhaltigkeit für die Composite-Branche ist. Die Arbeitsgruppe „Sustainability“ bietet damit weiterhin eine wichtige Plattform für den fachlichen Austausch und die praxisnahe Einordnung aktueller Entwicklungen.

Ausblick: Bereits angekündigt ist der nächste Termin: Am 17. Juni 2026 findet in Dresden ein Hands-on-Workshop zum Thema LCA statt.