Das Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS in Halle (Saale) ist beim Hugo-Junkers-Preis des Landes Sachsen-Anhalt ausgezeichnet worden. Prämiert mit dem 3. Platz in der Kategorie »Innovativste Projekte der angewandten Forschung« wurde ein innovatives Verfahren für die Herstellung von Sandwich-Leichtbaustrukturen, das komplex geformte, hochstabile Bauteile in einem serientauglichen Prozess ermöglicht. Die Technologie hatte bereits international Anerkennung erhalten und wurde nun als herausragende Innovation aus Sachsen-Anhalt gewürdigt.
Die im Projekt »HyWaSand« entwickelte Lösung ermöglicht die effiziente Herstellung von thermoplastischen Sandwich-Leichtbaustrukturen, die Formgebung, Fügen und Funktionalisierung in einem einzigen Prozessschritt vereint. Das verbessert die Effizienz und sorgt für eine Gewichtseinsparung von bis zu 50 Prozent. Die Leistungsfähigkeit der patentierten Technologie wurde an einer Lkw-Staufachklappe demonstriert. Forschungspartner im Projekt waren Daimler Truck AG, ElringKlinger AG, ENGEL Austria GmbH, ThermHex Waben GmbH und Edevis GmbH.
»Die Auszeichnung ehrt unser Team und unsere Partner sehr. Ich freue mich, dass die konsequente Umsetzung einer Idee mit hoher technischer und ökologischer Wirkung die Jury überzeugt hat. Der Preis zeigt, dass innovative Leichtbauansätze nicht nur in der Forschung, sondern auch auf dem Markt eine tragende Rolle spielen«, erklärt Dr.-Ing. Ralf Schlimper, Projektleiter am Fraunhofer IMWS.
Im preisgekrönten Ansatz werden Halbzeuge aus thermoplastischen Waben-Kernen und faserverstärkten Deckschichten durch Thermoformen zu gewichtsoptimierten 3D-Bauteilen verarbeitet. Funktionalisierungen wie Scharniere entstehen im gleichen Zyklus durch Spritzguss. Der Prozess senkt Kosten, ermöglicht Recyclingfähigkeit und ist für die Großserie geeignet. Schnelle Prüfmethoden sichern dabei Qualität.
»Die kontinuierliche Verbindung von exzellenter Forschung und hoher Praxistauglichkeit ist unsere Mission am Fraunhofer IMWS. Das ausgezeichnete Projekt ist dafür ein wunderbares Beispiel. Ich gratuliere dem Projektteam herzlich«, kommentiert PD Dr. Christian Schmelzer, kommissarischer Institutsleiter des Fraunhofer IMWS.
Der Hugo-Junkers-Preis ehrt seit 1998 innovative Forschungsleistungen aus Sachsen-Anhalts Wissenschafts- und Industriesektor. Er wird vom Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt vergeben und zählt mit einer Gesamtdotation von 80.000 Euro zu den wertvollsten Preisen für Forschung deutschlandweit.
Kontakt:
Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS
Dr.-Ing. Ralf Schlimper
Gruppenleiter »Bewertung und Design von Faserverbundstrukturen«
Walter-Hülse-Straße 1
06120 Halle (Saale)
Telefon: +49 345 5589-263
E-Mail: ralf.schlimper@imws.fraunhofer.de

















