„Leichtbau mit Verbundwerkstoffen bietet große Chancen für Innovation und Klimaschutz in der Industrie. Diese müssen rasch genutzt werden, um den Produktivitätsvorsprung asiatischer Wettbewerber aufzuholen“, so Dr. Heinz Kolz, Clustergeschäftsführer CU West, in seiner Begrüßung.
Wie dieses Potenzial konkret gehoben werden kann, diskutierten fünf Experten für Leichtbau in einem digitalen Foresight-Workshop. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie eine erfolgreiche Entwicklung bis 2033 gestaltet werden kann.
Die Bedeutung des Themas zeigt sich bereits heute: 244,6 Mrd. Euro Wertschöpfung und 1,3 Mio. Arbeitsplätze in Deutschland stehen in einem unmittelbaren oder mittelbaren Leichtbaubezug. Leichtbau stärkt vor- und nachgelagerte Wertschöpfungsketten und besitzt eine große Hebelwirkung – insbesondere auf beschäftigungsintensive Sektoren.
Im ersten Teil des Workshops rückten mögliche Vorhaben zur Förderung des Leichtbaus in den Fokus. Um den Rückstand gegenüber Asien aufzuholen und Fachkräftelücken zu schließen, sollte die EU den Einsatz humanoider Roboter fördern. Diese werden in Asien bereits flächendeckend eingesetzt. Unternehmen werden jedoch nur dann investieren, wenn dadurch Kosten eingespart oder Gewinne gesteigert werden können. Best Practices sollten deshalb genutzt werden, um die „innovativen Köpfe“ in den Unternehmen zu überzeugen. Zugleich wurde deutlich: Die Leichtbaubranche sollte vernetzt auftreten, um Leichtbaupotenziale in Unternehmen zu analysieren und zu erschließen. Auch die Erstberatung von Unternehmen sollte gefördert werden. Die Steifigkeit von Verbundwerkstoffen sollte als technologischer Hebel genutzt werden, um Prozessgeschwindigkeiten zu steigern und den Energieverbrauch zu senken.
Im zweiten Teil richtete sich der Blick bewusst nach vorn: Die Experten entwickelten Ideen für „innovative Industrieanwendungen auf der JEC 2033“. Das Zukunftsbild: Der Zwang zu Produktivitätssteigerungen hat zur vollautomatischen Fabrik mit humanoiden Robotern geführt. Industrielle Anlagen werden mit schnell drehenden elektrischen Aggregaten betrieben. Werkzeuge aus Verbundwerkstoffen, insbesondere in der Robotik, verhindern das Nachschwingen. Zur Verbesserung der Energiebilanz werden Rekuperation und Energiespeicher genutzt. Weil Verbundwerkstoffe gesellschaftliche Herausforderungen lösen, haben sie ihr „Plastik-Image“ abgelegt. Kostengünstige Prozesse mit 3D-Druck reduzieren die Masse von Anlagen und verbessern durch hohe Steifigkeit die Prozessgeschwindigkeiten.
Teilnehmer: Stefan Caba (EDAG), Patrick Gerhardt (FFT Produktionssysteme), Dr. Jens Schlimbach (Leibniz-Institut für Verbundwerkstoffe), Dr. Markus Steffens (GoForLite), Dr. Tjark von Reden (Composites United), Dr. Heinz Kolz (Composites United, Moderation).
Das vollständige Protokoll finden Sie hier.
Ansprechpartner für Ihre Anliegen und Foresight-Workshops ist Dr. Heinz Kolz, Clustergeschäftsführer CU West: heinz.kolz@composites-united.com

















