6. Jour Fixe Leichtbaupolitik von Composites United rückt Ressourceneffizienz, Wettbewerbsfähigkeit und branchenübergreifenden Leichtbau in den Fokus
Leichtbau ist ein zentraler Hebel für Ressourceneffizienz, leistungsfähige industrielle Prozesse und die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Das wurde beim 6. Jour Fixe Leichtbaupolitik „Leichtbaupolitik von Bund und Ländern“ des Composites United deutlich. Rund 40 Teilnehmende aus Politik, Wirtschaft, Forschung und Leichtbaunetzwerken diskutierten aktuelle politische Entwicklungen, konkrete industrielle Anwendungen und Zukunftsperspektiven bis 2033.
Wie kann die deutsche Industrie effizienter, ressourcenschonender und zugleich wettbewerbsfähiger werden? Eine zentrale Antwort darauf lautet: durch Leichtbau. Beim 6. Jour Fixe Leichtbaupolitik des Composites United wurde deutlich, dass Leichtbau längst nicht mehr nur mit einzelnen Produkten oder Branchen verbunden werden darf. Vielmehr wirkt er als Querschnittstechnologie überall dort, wo Gewicht, Energiebedarf, Geschwindigkeit, Präzision und Materialeinsatz über industrielle Leistungsfähigkeit entscheiden.
Vor dem Hintergrund ausbleibender Bundesfördermittel für das Technologie-Transfer-Programm Leichtbau rückte die Frage in den Fokus, wie das Thema künftig politisch und strategisch stärker verankert werden kann. Diskutiert wurden unter anderem europäische Fördermöglichkeiten im Bereich „Advanced Materials“ sowie eine stärkere Positionierung des Leichtbaus über Ressourceneffizienz, Composites und industrielle Wettbewerbsfähigkeit. Damit wurde deutlich: Leichtbau braucht weiterhin politische Sichtbarkeit – und zugleich starke industrielle Anwendungsbeispiele, die seinen konkreten Nutzen zeigen.
Ein solches Beispiel lieferte die Firma FFT Produktionssysteme mit gewichtsoptimierten Elektrohängebahnsystemen für industrielle Brownfield-Anwendungen. Durch den Einsatz von Kohlefaser-Verbundprofilen konnte das Strukturgewicht eines EHB-Trägers um rund 70 Prozent reduziert werden. Bei 200 Elektrohängebahnen entspricht dies einer Einsparung von rund 340 Tonnen. Der Nutzen liegt nicht allein in der Gewichtsreduktion: Bestehende Produktionshallen können weiter genutzt, Gebäudestrukturen entlastet, Neubauten vermieden und Produktionsprozesse effizienter gestaltet werden.
Dass Leichtbaupotenziale systematisch erschlossen werden müssen, zeigte das Unternehmen GoForLite. Ob Maschinenbau, Automotive, Luft- und Raumfahrt, Defence, Medizintechnik, erneuerbare Energien, Apparatebau oder Marinetechnik – Leichtbau bietet branchenübergreifend Ansatzpunkte, um Kosten, Ressourcenverbrauch, Korrosion, Verschleiß oder Energiebedarf zu reduzieren und zugleich Funktionalität und Leistungsfähigkeit zu erhöhen.
Ausblick
Den Blick in die Zukunft richtete Dr. Tjark von Reden, Geschäftsführer des Composites United, mit den Ergebnissen einer Foresight-Analyse zu industriellen Prozessen bis 2033. Humanoide Roboter, vollautomatisierte Lagersysteme, Bearbeitungszentren, Robotik- und Automatisierungssysteme zeigen: Leichtbau wird dort besonders relevant, wo industrielle Systeme schneller, präziser und energieeffizienter werden müssen. Verbundwerkstoffe können dabei nicht nur Gewicht reduzieren, sondern auch Vibrationen an Werkzeugen, Robotern und Logistikanlagen verringern. Dadurch lassen sich Taktgeschwindigkeiten erhöhen, Prozesse stabilisieren und Effizienz sowie Wirtschaftlichkeit industrieller Anwendungen verbessern.
„Leichtbau ist kein Thema einer einzelnen Branche. Er ist ein Schlüssel, um industrielle Prozesse leistungsfähiger zu machen, Ressourcen zu schonen und Europas Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Die Physik lässt sich nicht aushebeln – genau deshalb bleibt Leichtbau auch künftig unverzichtbar“, so Dr. Tjark von Reden.
Der 6. Jour Fixe Leichtbaupolitik zeigte damit deutlich: Leichtbau ist eine industrielle Zukunftsaufgabe – politisch, technologisch und wirtschaftlich.

















