Verbundwerkstoffe spielen in vielen Anwenderbranchen eine zunehmende Rolle. Composites United (CU) – führendes Netzwerk für faserbasierten Leichtbau – möchte den Austausch mit Anwenderbranchen intensivieren und hierfür Mitglieder und Gäste aus den Branchen ins Gespräch bringen, um Ideen für neue Anwendungen und neue Technologien zu diskutieren. Die Referenten berichteten von ihren Projekten und Erfahrungen in der Medizintechnik und stellten sich der Diskussion mit den 30 Teilnehmenden. Zur Veranstaltung waren Hersteller, Zulieferer und Netzwerke aus der Medizintechnik eingeladen.

„Die mittelständisch geprägte Medizintechnikbranche bietet mit rund einer halben Million Beschäftigten und hoher Exportquote gute Chancen für Verbundwerkstoffe. Unsere Werkstoffe punkten mit geringem Gewicht, Steifigkeit, Röntgentransparenz, Biokompatibilität, Korrosionsbeständigkeit, fehlendem Abrieb, guter Sterilisierbarkeit und Gestaltungsfreiheit. Wir möchten heute einen Beitrag dazu leisten, Ihnen Chancen in der Medizintechnik für unsere Werkstoffe aufzuzeigen“, so Dr. Heinz Kolz, Clustergeschäftsführer von CU West, in seiner Begrüßung.

Marktchancen für Verbundwerkstoffe in der Medizintechnik anhand von internationalen Patentdaten

White ip unterstützt Unternehmen beim Aufbau und Schutz ihrer immateriellen Unternehmenswerte sowie in allen wirtschaftsrechtlichen Fragestellungen. Die Expertise erstreckt sich von Patent- und Markenrecht über Wirtschaftsrecht bis hin zu Arbeits- und Gesellschaftsrecht.

Die Medizintechnik ist mit einem Volumen von 1,5 Mrd. Euro und einem jährlichen Wachstum von 8 % ein weltweiter Markt mit positiver Zukunftsperspektive. Prothesen, Orthesen, Knochen- und Zahnimplantate sowie die gesamte Röntgentechnologie sind die größten Teilmärkte. Die USA sind führend, trotzdem ist Europa gut aufgestellt und hat in der Entwicklung noch Luft nach oben. Unternehmen in der Branche investieren rund 10 % ihres Umsatzes in FuE. White ip unterstützt KMU bei der Bewertung von Märkten und der Identifikation konkreter Marktchancen.

Referent: Dr. Leopold Gruner, Managing Partner der white ip | Patent & Legal

Markteintritt von Faserverbundlösungen in der Medizintechnik – zwischen Potenzial und Realität

Die Firma Schmuhl ist industrieller Partner für die Entwicklung von Innovationen für Hightech-Produkte und zählt zu den führenden Partnern der Industrie im Bereich funktionsintegrierender Leichtbau-Faserverbundbauteile. Die international tätige SCATESA unterstützt Unternehmen bei der Entwicklung und Fertigung ressourceneffizienter Leichtbaustrukturen und Composite-Anwendungen sowie beim strategischen Vertrieb.
Die Medizintechnik hat lange Produktentwicklungszeiten und aufgrund ihrer Regularien hohe Markteintrittsbarrieren. Für KMU ist der Markt trotzdem sehr interessant, weil sich die Investitionen in die Anfangshürden durch lange Produktlebenszyklen von 6 bis 10 Jahren auszahlen. KMU vergessen im laufenden Geschäft häufig, Innovationen zu entwickeln. Für die Strategieentwicklung in der Medizintechnik gilt:

  • Strategie vor Technologie – keine Technologie, die der Markt nicht braucht,
  • Geduld aufgrund der langen Entwicklungszeiten und Regularien,
  • komplette Systeme sind gefragt – vom Design bis zur Serie.

 

Referent: Sammy Techritz, Schmuhl Faserverbundtechnik GmbH & Co. KG / SCATESA e.K.

Röntgendurchlässige Wirbelsäulenimplantate in der Tumortherapie

CMORE CT System / Bild: Icotec

Icotec entwickelt und produziert innovative, hochfeste Implantate aus kohlefaserverstärktem Kunststoff für die operative Versorgung von Tumorerkrankungen der Wirbelsäule. Die weltweit ersten Wirbelsäulenimplantate des Unternehmens aus nichtmetallischem und röntgendurchlässigem Verbundwerkstoff eröffnen neue Perspektiven in der Tumortherapie.
Die Materialkombination und die Faserorientierung werden bestmöglich auf die jeweiligen Anforderungen ausgerichtet. Steifigkeit und Belastbarkeit stellen hohe Anforderungen. Die Produkte bieten eine hohe Performance und verursachen beim Röntgen keine Strahlenstreuung. Die Werkzeuge bieten hohe Freiheitsgrade für die Gestaltung, zudem können Schnapp- und Klickverbindungen genutzt werden. Vier Anforderungen lassen sich mit Metallimplantaten nicht realisieren:

  • mechanische Eigenschaften, insbesondere Steifigkeit und Ermüdung,
  • Biokompatibilität,
  • Marker zur Überwachung,
  • Sichtbarkeit des umgebenden Gewebes, etwa bei möglichem Wachstum des Tumorgewebes.


Icotec nutzt seine Erfahrungen für andere Bereiche der Medizintechnik und wird künftig Plattformen und individuelle Lösungen entwickeln.

Referent: Emir Dizdarevic, VP Process & Technology, icotec

Vorteile durch Faserverbund-Innovationen in der Medizintechnik

Ziehm Vision RFD Hybrid Edition Endovascular Navigation / Bild: CG TEC GmbH
CG TEC entwickelt und produziert hochpräzise Composite-Lösungen für anspruchsvolle technische Anwendungen. Mit speziell entwickelten Lagenaufbauten, Materialkombinationen und Zubehörteilen konnte sich das Unternehmen eine führende Position in Hightech-Produkten für die Medizintechnik erarbeiten.

CG TEC liefert Komponenten an Systemlieferanten:

  • Externe Fixateure aus Carbonfasern haben geringe Ausdehnungen bei Temperaturveränderungen, weil jede Ausdehnung Schmerzen verursachen würde.
  • Stifteinsätze aus Glasfasern für Zahnimplantate müssen im Röntgenbild als Nachweis für die Krankenkassen sichtbar sein.
  • Blindenstöcke aus Carbonfasern sind leicht, ergonomisch geformt und haben eine gute Haptik.
  • Vorfilter für Röntgengeräte müssen flüssigkeitsdicht und säurebeständig sein.

 

Referent: Andreas Furtmayr, CG TEC Carbon und Glasfasertechnik GmbH

Der nächste Termin unserer Reihe:

07. September 2026 „Verbundwerkstoff trifft Drohnen“ (14:00 Uhr, online)

Programm und Einladung finden Sie frühzeitig auf der CU-Internetseite.

 

Weitere Informationen erhalten Sie von:

Dr. Heinz Kolz, CU West, heinz.kolz@composites-united.com

Dr. Thomas Heber, CU Ost, thomas.heber@composites-united.com

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